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                       Evangelische Kirchengemeinde
           
                Bohnsdorf-Grünau
             

                                                  


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                                     Fax: 030 / 67 80 99 55

                  Monatsspruch November 2019           
          

         
      Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.
               Hiob 19, 25 
            

      
  Liebe Gemeinde,             
                
                 
         1989 fiel die innerdeutsche Mauer. Die Mauer, die die Teilung Deutschlands seit dem zweiten 
                Weltkrieg symbolisierte und manifestierte. Sie wurde vor dreißig Jahren geöffnet. Doch dabei waren
                es eigentlich 50 Jahre - nach dem Beginn des Krieges. Wir haben des Kriegsbeginns am 1. September
                mit einem eindrucksvollen Friedens - Konzert unter der Leitung des Musikers Tobias Unterberg gedacht.
                50 Jahre nach dem Beginn des Krieges fiel die Mauer. Und diese 50 Jahre sind das Zeitintervall des
                biblischen Jubeljahres. Unser geflügeltes Wort, dass etwas nur höchst selten eintritt, also alle
                " Jubeljahre "; hier stammt es her, aus der Bibel ! Es leitet sich vermutlich ab aus der Multiplikation der
                heiligen Zahl 7 mit sich selbst, die dann 49 ergibt. Und im 50. Jahr soll der große Schuld - Erlass gelten.
                Sklaven sollen frei sein, Land soll nicht mehr Einzelnen gehören, Schulden müssen erlassen werden.
                Es ist nicht sicher, ob diese Regel des " Jubeljahres " überhaupt jemals angewandt wurde. Und dennoch
                ist sie ein wichtiges Zeichen, dass es bei Gott immer einen Neuanfang gibt.
                Angewandt auf unsere jüngste Geschichte, hat das etwas sehr Spekulatives. Doch bleibt festzuhalten,
                dass es eben diese 50 biblischen Jahre sind, die die Teilung Deutschlands dauerte, nachdem es den
                Krieg in die Welt getragen hatte. 
                Ein Jubiläum des Schuld - Erlasses, des von Gott geschenkten Neuanfangs - nach all dem Grauen und 
                der Zerfleischung von 1000 Jahren. Das so genannte " tausendjährige Reich " der Nazis dauerte nur
                12 Jahre, doch häufte es das Leid von 1000 Jahren auf die Menschen, die ihm nicht entfliehen konnten.
                Hier soll es nicht um Zahlenspiegel gehen, sondern darum, festzuhalten, dass der Fall der Mauer auch
                eine uns übersteigende Dimension der Unverfügbarkeit und Gnade hat.
                Im Monatsspruch für den November 2019 heißt es, " ich weiß, dass mein Erlöser lebt " .
                Das klingt für einen normalen Kirchengänger nicht erstaunlich. Wenn man aber weiß, dass es der
                sprichwörtliche Pechvogel Hiob ist, der das sagt, wirkt es schon ganz anders. Und wenn man dann 
                noch bedenkt, dass der " Erlöser " der Bürge ist, dann bekommt man schon eher ein Gefühl für das,
                was gemeint ist. Der Löser, der " goel " , ist derjenige, der den anderen auslöst, indem er sich selbst 
                hingibt. Etwa wie bei einem Geiselaustausch: Nehmt mich und lasst den anderen frei. Der Löser gibt 
                sich hin für das Leben eines anderen. Als Christen erblicken wir unseren Erlöser in Jesus.
                Seine Geburt feiern wir jedes Jahr zu Weihnachten. Das kleine jüdische Baby in der Krippe zu
                Weihnachten; wir feiern es zurecht. Denn wir glauben, dass Gott selbst in ihm in unsere Welt kommt. 
                Die Kerzen und die Gemütlichkeit können mitunter den Blick verstellen, dass der liebe Gott aber 
                auch der Herr ist. Von seiner Herrlichkeit und Gnade konnte man etwas spüren in den Tagen des
                November 1989 - und an jedem neuen Tag.  
                    
                

               
                                 
                Ulrich Kastner