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                       Evangelische Kirchengemeinde
           
                Bohnsdorf-Grünau
             

                                                  


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                                     Fax: 030 / 67 80 99 55

                  Monatsspruch Juni 2019           
          

         
      Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele
                   und heilsam für die Glieder.

               Sprüche 16, 24 
            

      
  Liebe Gemeinde,             
                
                 
         Was für ein Jahr voller geschichtlicher Bezüge!
                500 Jahre Leonardo da Vinci, 100 Jahre Weimarer Republik, 100 Jahre Bauhaus, 80 Jahre Beginn
                des zweiten Weltkrieges, 70 Jahre Bundesrepublik und Grundgesetz, 70 Jahre Gründung des Staates
                Israel und 30 Jahre Mauerfall. Und das sind nur einige der vielen Eckpunkte und geschichtlichen 
                Zusammenhänge, in denen wir leben.
                Sie sind auch insofern wichtig und bedeutsam, weil sie uns bewusst machen, vor welchem geschichtli-
                chen Hintergrund wir uns bewegen. Wer nicht weiß, woher er kommt, hat es auch schwer zu entscheiden,
                wohin sein Weg ihn führen soll. Als am 26. Mai die Europa - Wahlen stattgefunden haben, war dieses
                Ereignis auch vor dem Hintergrund des zweiten Weltkrieges zu verstehen. Heute scheint es undenkbar,
                dass es innerhalb Europas jemals wieder einen Krieg geben könnte. Als die EU mit der Montanunion
                zwischen Frankreich und Deutschland 1957 begann, waren die Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg
                jedoch noch frische Wunden.
                Das Wirtschaftsabkommen der " Montanunion " über den Austausch von Kohle und Stahl hat der 
                Zusammenarbeit und der Verständigung innerhalb Europas den Weg geebnet.
                Unser Monatsspruch, der aktuell aus dem Jakobusbrief stammt, aber sicher schon damals eine 
                " alte Weisheit " war, verweist einmal mehr auf die Voraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben.
                Und für das Zusammenleben ist die Kommunikation entscheidend: Zwei " verstehen " sich.
                Es können auch mehrere sein. Und für das Verstehen ist das Reden wichtig, aber fast mehr noch das
                Zuhören. Denn tun und reden kann man viel - aber das bleibt vieldeutig: Was jemand damit meint, ist
                noch längst nicht klar. Erst wenn das Zuhören dazukommt, kann auch das Verstehen gelingen.
                Ob zwei wirklich dasselbe meinen, ob sie sich " verstanden " haben, dafür ist das Zuhören wichtig -
                und das Fragen. Und das gilt für Partnerschaften, wie für Familien, wie Gemeinden und Kommunen und
                vermutlich auch für überstaatliche Gebilde: Gemeinschaft kann es nur geben, wenn es auch Verstehen -
                Verständigung - gibt.
                Ein Beispiel, bei dem die Verständigung gut klappt, ist die Zusammenarbeit mit Pfarrer Hartmut Scheel.
                Er kam 2017 in unsere Gemeinde als Vertreter des stellvertretenden Superintendenten. Und so 
                übernahm Hartmut Scheel in unserer Gemeinde viele Aufgaben im Gottesdienst, bei Beerdigungen und
                Gemeindekreisen bei den zahlreichen Festen. Und immer ist die Zusammenarbeit mit ihm anregend
                und erfreulich. Hartmut Scheel hat in der kurzen Zeit, in der er hier war, viel bewegt. Wenn er nun 
                - völlig unnötig plötzlich - Mitte Juni in den Ruhestand geht, dann hinterlässt er eine Lücke, die nicht
                leicht zu füllen sein wird. 
                Lassen Sie uns Pfarrer Scheel noch einmal ausdrücklich danken und ihn hochleben bei seinem 
                Abschiedsgottesdienst, den er am 16. Juni in Mitte feiern wird.

               
                                 
                Ulrich Kastner